Empfang beim Oberbürgermeister von Kassel, Bertram Hilgen. (26)

Was soll ich euch sagen, ich bin ein Glückspilz. Nach einem guten Frühstück habe ich mich reisefertig gemacht und mich ins Rathaus begeben. Dort hat sich gerade ein Pärchen das Ja-Wort gegeben. Es ist schön, glückliche Menschen zu sehen. Als ich vor dem Vorzimmer des Oberbürgermeisters Bertram Hilgen stehe, fragt mich eine freundliche Mitarbeiterin nach meinem Anliegen.

In weniger als einer Minute ist sie bestens informiert. Sie bittet mich herein, bietet mir einen Kaffee an und stellt mir die voraussichtliche Wartezeit in Aussicht. Etwa eine Stunde wird es dauern, bis der Oberbürgermeister zurück ist. Das ist überhaupt kein Problem für mich, sage ich, hole meinen Laptop raus und kümmere mich ums Tagesgeschäft. Es dauert nicht einmal eine Stunde, bis Bertram Hilgen mich freundlich in seinem Büro empfängt. Ich erzähle ihm, was mich antreibt. Wie sich herausstellt, ist Bertram Hilgen gerade im Urlaub. Eigentlich. „Nur habe ich leider keine Zeit dafür“, sagt er und lacht.

Der Oberbürgermeister von Kassel wird aber schon bald sehr viel Zeit haben, denn Mitte des Jahres endet auf eigenen Wunsch seine Amtszeit. Dann will der Mann, der selbst ein leidenschaftlicher Wanderer ist, mit seiner Frau vom Großglockner in Österreich bis nach Triest in Italien wandern, was ungefähr 240 km sind.

Ich frage Bertram Hilgen, ob es für ihn okay sei, wenn ich ihn filme, während er sich im Glückstädter Glückwunschbuch verewigt. Seine Antwort fällt positiv aus. Ich plane einen Film, in dem auch diese Szenen zu sehen sein werden. Abschließend nimmt ein Rathaus Mitarbeiter ein paar Fotos von uns auf, die ich an die Lokalredaktion weiterleite. Schließlich sollen die Kasseler Bürger ja auch davon lesen, dass ihr Oberbürgermeister mit Glückstadt sympathisiert.

Als Erster und Einziger nutzt Bertram Hilgen die linke Seite im Glückwunschbuch.

Ich entscheide mich kurzfristig, direkt zur Redaktion zu laufen und die Infos dort persönlich vorzutragen. Die stellvertretende Redaktionsleiterin Frau Dr. Anja Berens findet den 700km-Spaziergang originell und nimmt sich Zeit für ein Interview. Es wird kein großer Bericht, erklärt sie. Aber eine Erwähnung ist es wert.

Ich bedanke mich herzlich und mache mich auf den Weg. Es ist mal wieder an der Zeit, schmutzige Wäsche zu waschen. Wie ein Waschcenter von innen aussieht, hatte ich euch ja schon in Hannover gezeigt . Deswegen verzichte ich an dieser Stelle darauf. Ich bleibe heute noch einmal in Kassel und mache mich dann morgen auf den Weg in Richtung Süden.

Herzliche Grüße aus Kassel zum Zweiten
Marian

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