Reisetipp zur Glücksgemeinde Schömberg. (46)

32 Kilometer liegen heute vor mir. Ich habe mich dazu entschieden, die Bundesstraße nicht zu verlassen, um übermäßige Anstiege auf Wanderwegen zu vermeiden. Nach einem guten und ausgedehnten Frühstück in der Pension, mache ich meinen Rucksack fit für die vorletzte Tour und breche auf. Kurz vor der Mittagszeit treffe ich im Höfener Rathaus ein. Nach einer kurzen Wartezeit, bittet mich Bürgermeister Holger Buchelt ins Büro. Gerne gratuliert er Glückstadt und empfiehlt in diesem Zuge den Besuch der Glücksgemeinde Schömberg, die nur 4 Kilometer von Höven entfernt liegt und die ein Glückstädter unbedingt mal gesehen haben sollte:

Schömberg ist die Partnergemeinde von Bhutan, die einzige Stadt der Welt, die ihren Wohlstand nicht am Bruttoinlandsprodukt misst, sondern am Wohlbefinden der Bürger. Ein interessanter Ansatz.

Ich bedanke mich für den freundlichen Empfang und setze die Reise fort. Wie angekündigt, meldet sich der Journalist der Pforzheimer Nachrichten. Das Gespräch dauert knapp 10 Minuten. Dann teilt er mir mit, dass der Beitrag morgen, am Mittwoch in Pforzheim erscheinen wird. Übrigens zeitgleich mit dem Beitrag aus Heidelberg. Manchmal kann es etwas dauern, wenn aktuelle Themen Vorrang haben. Aber lieber spät als nie. Ich bin sehr gespannt auf die Beiträge.

Ich telefoniere wieder mit Thorsten. Wir sprechen über die künftige Ausrichtung von Deutsche Handarbeit und ich erzähle ihm, was ich gedenke zu verbessern und zu optimieren. Ein langes aber gutes und fruchtbares Gespräch.

Ich genieße die Natur.

Und frage mich, was das für Menschen sind, die einfach ihren Plunder hier abladen:

Micha wird zu einem der letzten Autofahrer gehören, die anhalten, um mir anzubieten, mich mitzunehmen. Wir unterhalten uns gute 20 Minuten über das Thema Glück (und Pech).                                                                                                                                  

Ich höre viel Musik.

Und telefoniere mit meiner künftigen Kooperationspartnerin Dagmar Kalski. Und vor allem bewege ich mich sehr zügig. Die Anstiege halten sich in Grenzen und ich komme gut voran, muss ich sagen.

Nach etwa 8 Stunden Fußmarsch, sehe ich das Autokennzeichen von Freudenstadt. Ich habe Seewald erreicht. Ich kann es kaum glauben. Als ich meine Unterkunft betrete, zeigt mir das Navigationssystem bis Freudenstadt nur noch 17 Kilometer an. Meine Freude darüber ist grenzenlos.

Der Gastwirt zeigt mir mein Zimmer. Ich lege meine Schuhe ab, und hänge sie nach dem Riesenmarsch ans Fenster zum Auslüften.

Dann begebe ich mich nach unten ins Restaurant. Ein paar Gäste rufen mich zu sich an den Tisch. Der Aufforderung folge ich gerne. Was folgt, ist ein unterhaltsamer Abend:

Die Vier wollen alles ganz genau wissen. Und ich erzähle, alles, was mir einfällt. Ich erzähle vom Koch, der einst 8 Monate für eine Expedition in der Antarktis kochte. vom Mitarbeiter des Landrats im Wetteraukreis, der jeden Tag bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad zur Arbeit und wieder nach Hause fährt und mit seinem Fahrrad bis nach Russland fuhr. Vom Trucker, der mir Mandarinen schenkte, vom kleinen Frischling und seiner Familie, der ich glücklicherweise nicht begegnete, unterhalb des Frankfurter Stadtwaldes. Ich erzählte von Glückstadt und von meiner eigenen Kandidatur. Vom OB von Wiesloch, der als Finischer beim Iron Man Hawaii ins Ziel lief. Ich selbst erfuhr, dass der der Gesprächspartner zu meiner Linken in den 70er Jahren mit einem Schiff n 90 Tagen die Erde umrundete und dass der junge Mann rechts im Bild am Samstag seine Kommunion feierte.

Dieser Abend bildet einen grandiosen Abschluss einer tollen Reise. Morgen werde ich in Freudenstadt eintreffen. Nach 49 Tagen. Schon jetzt, wo ich nur daran denke, macht sich eine unbändige Freude in mir breit.

Ich dusche noch schnell und dann bin ich im Bett verschwunden. Denn heute habe und bin ich mehr als geschafft.

Herzliche Grüße aus Seewald

Marian

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