Auf dem Jacobsweg. (10)

Da es weder in Soltau noch in Bad Fallingbostel einen Waschsalon gibt, entscheide ich mich heute dazu, meine getragenen Klamotten einzupacken und nach Hause zu senden:

Immerhin knapp 3 Kilogramm spare ich so ein. Das Gewicht im Rucksack sinkt dramatisch ab – von 17 kg auf knapp über 14kg. Das ist viel besser.

Heute sind es nur 17 Kilometer. Mit 14 kg Gewicht – das tanze ich nach Bad Fallingbostel. 🙂

Ich habe heute damit angefangen, mein Buch einzusprechen, um die Zeit der Bürgermeisterkandidatur abzuschließen. Es soll den Titel tragen „Vom Guerilla Marketer zum Bürgermeister der Herzen und zurück“ Es ist das erste Buch, das ich schreibe, bzw. einspreche. Wenn ich fertig damit bin, werde ich es als Self-Publisher veröffentlichen. Aber bis dahin fließt noch viel Wasser die Elbe runter.

Während meiner heutigen Tour telefoniere ich mit Claudia Seidensticker, die den Verein KRASS e.V. gegründet hat, mit Sitz in Düsseldorf. Ich finde es super, wenn man sich ehrenamtlich um das Wohl von Jugendlichen und Kindern kümmert. Wir wollen eine Kooperation eingehen. Und während wir so telefonieren, hält eine ältere Dame mit ihrem Fahrrad neben mir an, lächelt und verwickelt mich in ein Gespräch. Sie erklärt mir, dass ich hier, knapp zwei Kilometer vor meinem heutigen Tagesziel, auf einem Jacobswegzubringer unterwegs bin. Dass ich vorhabe, 700 Kilometer zu laufen, um Glückstadt bekannt zu machen, scheint sie nicht sonderlich zu beeindrucken. Das beeindruckt mich. Viele staunen und sind verwundert. Und ich muss zugeben, als ich im November mein Vorhaben bekannt gab, staunte ich auch etwas über mich. Und überlegte, wie ich die Strecke jemals packen soll. Mittlerweile aber sind die täglichen Rationen Fuß-Kilometer schon zur Normalität geworden. Am kommenden Dienstag werde ich (voraussichtlich) schon in Hannover ankommen. Zurück zur älteren Dame: Sie erklärte mir, welche Möglichkeiten ich habe und was meine nächsten Stationen sein werden. Unter anderem Hodenhagen. Interessanter Name wohlgemerkt. Anschließend wünschten wir uns ein schönes Wochenende, die Dame schwang sich in jugendlicher Anmut auf ihr Fahrrad und brauste davon. Claudia Seidensticker, die das Gespräch verfolgte, fragte amüsiert nach, ob die Dame mich angesprochen habe. Klar, meinte ich und erzählte ihr von den Begegnungen der vergangenen Tage. Als Wanderer wird man ganz anders wahrgenommen, obwohl ich ja häufig mit meinem Rucksack unterwegs bin. Meistens mit der Bahn kreuz und quer durch Deutschland im Auftrag der Kunden. Während ich so erzähle, entdecke ich einen Hochsitz. Ich klettere die marode Leiter hoch und genieße den Ausblick:

Blick auf den Jacobswegzubringer.

Hier oben beende ich das Telefonat mit Claudia, klettere wieder herunter und laufe die letzten paar hundert Meter bis zur Unterkunft. Nun ist Wochenende. So ein bisschen.

Herzliche Grüße aus Bad Fallingbostel

Marian

 

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