Vom Weg abgekommen: Von Spuren im Boden und Adrenalin im Blut (18)

Mich bringt verhältnismäßig wenig aus der Fassung. Heute war es aber so weit. Google hat mich mal wieder vom Weg abgebracht. Und während ich mich die Strecke von dort unten hier hoch quälte, habe ich ziemlich geschwitzt. Nicht nur wegen dem Anstieg. Frische Tierspuren sind im Boden sichtbar und ich kann nicht richtig ausmachen, ob es sich um Wildschweine handelt. Ich habe nicht allzu viel Ahnung vom Wald und seinen Bewohnern muss ich gestehen aber ich kann mir denken, dass in der Brut- und Setzzeit einige Tiere ziemlich unentspannt sind. Im Wald ist jedenfalls deutlich Bewegung spürbar. Und seit ich das Gelände betreten habe, bin ich keinem Menschen begegnet.

Der Sturm hat hier gewütet.

Unheimlich

und beklemmend ist die Situation:

Einen kurzen Moment denke ich darüber nach, umzudrehen und wieder auf den Weg zurückzukehren. Doch ich laufe weiter. Und bekomme schließlich wieder festen Boden unter den Füßen. Eine unangenehme Erfahrung. Vielleicht ist mir die jugendliche Naivität abhanden gekommen, um unbeschwert hier langzulaufen. Aber auf diesem Stück Strecke habe ich mich mehr als unwohl gefühlt.

Brücke über den Bach. 

Aha, ich bin durch ein Naturschutzgebiet gelaufen.

Für die 17 Kilometer heute habe ich fast 7 Stunden gebraucht. Ich muss mich mit der Realität abfinden. Die 25 – 30 Kilometer pro Tag werde ich in den nächsten Tagen nicht mehr halten können.

Trotzdem bin ich guter Dinge, dass ich vorankomme und am Donnerstag (hoffentlich) in Kassel ankomme.

Herzliche Grüße aus Stadtoldendorf

Marian

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