Gewitterwolken über Pforzheim: Abwahl des amtierenden OBs. (44)

Gestern habe ich mich körperlich ausgeruht. Ich habe an einem Projekt gearbeitet und meinen Füßen etwas Pause gegönnt. Es geht mir los und nach einem ausgewogenen und leckeren Frühstück hinterlasse ich einen Gästebucheintrag in der Pension Eissler und mache mich auf den Weg nach Pforzheim. Das Wetter ist nicht so richtig prickelnd aber das ist mir heute ziemlich schnuppe, wenn ich das mal so leger ausdrücken darf. Weil heute Sonntag ist, habe ich mich gestern noch mit Eiweiß, Nüssen, einen ordentlichen Wasservorrat versorgt. Nach anderthalb Stunden mache ich eine Pause, (was sonst nur sehr, sehr selten passiert) und trenne mich von Gewicht, indem ich 400 Gramm Eiweiß und zwei Bananen verspeise. Dabei fällt mir der offene Bücherschrank auf. Ich finde, das ist eine tolle Idee auch für Glückstadt. Eine Plattform, um alte Bücher mit anderen zu teilen und interessante Inhalte zu tauschen.

Ich setze meine Reise fort, laufe an „sweet & lucky“ vorbei, eine Glückskeksfabrik, die ich mir im Netz unbedingt mal näher ansehen möchte.

Die Region scheint es mit Nüssen zu haben. Neulich lief ich durch Nussloch, heute durch Nussbaum. Und das obwohl ich meistens Nadelbäume sehe.

Zwischen diesem Schild …

und dem Fund dieser Platte…

… hat mir ein Autofahrer einen ziemlichen Schreck eingejagt. Ein scheinbar junger Mann, offensichtlich mit seiner Freundin trat ordentlich aufs Gaspedal, riss am Lenkrad und tat so als würde er auf mich zusteuern wollen. Das Auto schwankte ganz schön. Was für ein Witzbold. Wahrscheinlich kam er gerade von der Autobahn und konnte sich dort nicht so behaupten. Dieser Schreckmoment, von denen es bis jetzt nur sehr, sehr wenige auf der Reise gab, führte mir vor Augen, wie stark man vom guten Willen der anderen Verkehrsteilnehmer abhängig ist – besonders als Fußgänger mit einem großen Rucksack auf der linken Straßenseite.  Gar nicht auszudenken, was passieren würde, wenn ein solcher Spaßvogel durch dummes Imponiergehabe einen Unfall ausgelöst hätte. Das sind nur kurze Gedanken. Aber als Fußgänger sieht man die Welt mit anderen Augen.

Nach ein paar Momenten ist der Schreck verflogen und ich bewege mich weiter in Richtung Pforzheim. Als ich die Stadt betrete, stelle ich fest, dass hier heute die Wahl des Oberbürgermeisters stattgefunden hat. Ich bitte meine liebe Frau Ramona mal nachzuschauen, wie das Ergebnis ausgefallen ist und bin etwas enttäuscht: der amtierende Oberbürgermeister von Pforzheim wurde abgewählt. Das ist in erster Linie besonders unerfreulich für ihn. Aber auch für mich. Denn es bedeutet mit hoher Wahrscheinlichkeit Katerstimmung im Rathaus. Keine gute Ausgangslage, um Glückstadt zum Geburtstag gratulieren zu lassen. Ich steuere weiter auf meine Bleibe für heute Nacht zu und erreiche das Hotel „12 Apostel“ gegen 20 Uhr.

Heute Nacht schlüpfe ich offenbar in die Rolle von Apostel Jakob:

Mitteilung an mein Netzwerk bei Facebook:

Nun bin ich froh, dass ich endlich meine Füße wieder hochlegen kann.

Auch wenn die heutigen 23 Kilometer mit Sicherheit nicht zu den längsten Strecken gehören, so hatte es der Weg doch in sich. Die Steigungen waren nicht ohne muss ich sagen.

Nach einer Dusche gibt es Abendessen: die beiden Brötchen, die ich mir in der Pension Eissler belegen und mitnehmen durfte, sowie und eine halbe Tüte Nüsse, (womit wir wieder beim Thema wären). Lecker.

Nun begebe ich mich zur Nachtruhe und sende

Herzliche Grüße aus Pforzheim

Marian

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